29 Apr, 2017
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Überblick über die Pritzerber Schiffseigner

Schiffseigner Karl Vortisch

Karl Vortisch

Am 7. Januar 1866 wurde in Pritzerbe Karl Vortisch als Sohn des Pritzerber Schiffseigners Johann Christian Vortisch geboren. Geprägt durch sein Elternhaus, war Karl Vortisch schon von frühester Jugend mir der Schifffahrt verbunden. Schon als junger Mann wurde er Schiffseigner eines Finow-Maß- Kahns (40m lang und 5m breit).

 Als am 18.11.1898 die  "Transport - Genossenschaft zu Berlin " gegründet wurde, war Karl Vortisch Gründungsmitglied und wurde in den Vorstand gewählt. Im Jahr 1901 ließ sich Karl Vortisch, der inzwischen nach Plaue umgesiedelt war, von dem Schiffbaumeister Schütze in Plaue einen Breslauer - Maß- Kahn ( 55m lang und 8m breit) bauen, den er vom Schiffer Wilhelm Müller aus Fohrde fahren ließ, denn er war vermutlich durch die Büroarbeit an einen festen Ort gebunden. Schon 1904 wurde Karl Vortisch zu einem der beiden Direktoren der T.G.B. gewählt. Am 28.1.1908 hat er den Breslauer - Maß- Kahn an seinen Schiffsführer Wilhelm Müller verkauft, der nun selbst Schiffseigner wurde.

Infolge der überragenden fachlichen Kenntnisse von Karl Vortisch, seines Organisationstalentes, getragen vom Vertrauen seiner Berufskollegen, gelang es ihm, die T.G.B. aus den kleinsten Anfängen zu der größten Schiffseignergenossenschaft auszubauen, die in ihrer Hochblüte mehr als 3500 Schiffseigner mit über 4000 Frachtschiffen als Mitglieder zählte und 13 gesellschaftseigene Dampf- bzw. Motorschlepper erworben hatte. Die Folgen des ersten Weltkrieges für die Schifffahrt versuchte Karl Vortisch zu mildern, indem er sich bei den Versailler Friedensverhandlungen für die Kleinschifffahrt einsetzte und dadurch hauptsächlich die großen Reedereien Schiffe an die Siegermächte abgeben mussten. Am 20.12.1928 riss der Tod Karl Vortisch aus seinem schaffensreichen Leben.

In Anerkennung seiner Lebensleistung wurde durch den Zentralverein der Deutschen Binnenschifffahrt in Westdeutschland bei der Motorisierung der Binnenflotte nach 1948 für das alte Ostpreußen- Maß ( 57m Länge und 7,04m Breite) der Name "Karl Vortisch" für diesen Schiffstyp vergeben und ist heute noch gebräuchlich und bekannt. Der Nachruf der T.G.B. lautete damals: "Mit dem Tod dieses Mannes (Karl Vortisch d.A.) schied eine der markantesten Persönlichkeiten aus der Genossenschaft, ein Kämpfer für die T.G.B., unerbittlich, wenn es galt, die Rechte der Privatschifffahrt zu vertreten. Solange die T.G.B. besteht, wird auch der Name Karl Vortisch mit ihr verbunden sein. Gemäß dieses Nachrufes, ließ sich die T.G.B., die jetzt "Transport- Genossenschaft- Binnenschifffahrt" hieß, in den Jahren 1954/55 auf der Menzer Werft in Geesthacht/ Elbe ein Tankschiff von 80m Länge und 1125 Tonnen Tragfähigkeit bauen und gab diesem Schiff den Namen "Karl Vortisch". Seit 1997 ist dieses Schiff unter dem Namen "Dagmar L" noch in Fahrt.

 

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