29 Apr, 2017
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Die Fähre

Die Fähre

Laut der Pritzerber Chronik existiert seit 1341 bereits eine Fähre von Pritzerbe nach Kützkow. Dreißig Jahre später ist die Rede, dass "seit alters" diese Fähre verkehrt. In den Grundbüchern finden wir für die Fähren wesentlich spätere Angaben. Wie erwähnt, soll sie schon 1341 betrieben worden sein.

Gestakt, wie heute noch die Spreewaldkähne, gelangte sie von einem Ufer zum anderen. Die erste Besitzeintragung finden wir im Grundbuch von Pritzerbe Band 1 Blatt Nr. 18 :

„Die Gerechtigkeit zur Überfahrt über die Havel von Pritzerbe nach Kützkow welche der Fährmann Johann Friedrich Hartwig durch den Antrag vom 2. Mai 1788 von der Königlichen Kriegs- und Domänenkammer zu Magdeburg erworben hatte... infolge Erbweges... vom 15.Juni 1818 auf den Kaufmann August Wilhelm Friedrich Hartwig... den 11. März 1834 an seine Witwe Caroline Friederike, geborene Hintze, vererbt, von dieser am 21.Juni 1855 an den Kaufmann Wilhelm Gottlieb Robert Hartwig ohne besondere Preisbestimmung verkauft worden ist auf den Antrag vom 18.Mai 1869 hier zugeschrieben.“

 
  • die Fähredie Fähre
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Im Februar 1883 wird über den Antrag vom Kaufmann Robert Hartwig, dem Besitzer der Fähre, verhandelt, um die Genehmigung eines Seiles oder Kette für die Sicherung der Fähre zu entscheiden. Die Risiken, die sich durch die Wetter- und Wassertiefenverhältnisse für den gestakten Fährbetrieb ergeben haben, machen laut seinen Angaben den Fährbetrieb fast unmöglich. Unter dem Argument, dass eine solche Anlage mit Kette schon für die städtische Fähre über den See besteht, hofft der Antragsteller auf Erfolg. Auch der Wasserbauinspektor steht dem Antrag positiv gegenüber, da für die Havel der Betrieb der Kettenschleppschifffahrt nicht vorgesehen ist und bittet, die strompolizeiliche Genehmigung zu erteilen. Diese wird am 18.5.1883 durch den Regierungspräsidenten von Diesberg erteilt.

Für das Fährseil wurde eine jährliche Anerkennungsgebühr von 5 RM erhoben, die auch von den späteren Eigentümern eingefordert wurde. Mit der Auflassung vom 27.12.1922 wurde die Fähre an den Rittergutsbesitzer Gustav von Schnehen aus Kützkow, den Rittergutsbesitzer Botho von Knoblauch aus Buschow, den Kaufmann Friedrich Stimming aus Pritzerbe zu gleichen Rechten und Anteilen verkauft und am 3.7.1925 in das Grundbuch von Pritzerbe Band 20 Blatt 752 A hier eingetragen. Mit gleichem Datum wurde der Besitzerwechsel der Fähre an den Verkehrsverein Pritzerbe- Kützkow e.V. Pritzerbe eingetragen, der am 29.4.1924 aufgelassen wurde. Die Stadt Pritzerbe hat die Fähre mit der Auflassung vom 7.9.1932 als Eigentümer übernommen, was am 22.10.1932 eingetragen wurde.

 

  • die Fähredie Fähre
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Nach dem die Fähre, wie auch alle Brücken, im Krieg gesprengt wurde, schaffte man nach dem Krieg eine andere herbei. Vermutlich kam diese aus Strodehne und wurde von Wilhelm Schwarz, Fritz Dammasch und Walter Wernsdorf als Pächter betrieben. Sie arbeiteten als Fährmänner im 3- Schichtbetrieb. Die Fähre wurde an zwei Seilen geführt und mit Holzklemmen herüber gezogen. Ende der 50er Jahre wurde die Fähre erstmals motorisiert. Zum Einsatz kam ein Einzylinder Dieselmotor, der die Fähre bis 1990 betrieb. Vermutlich war die damit einhergehende Pachterhöhung der Grund für die Aufgabe des Pachtverhältnisses. Schwarz und Dammasch schieden aus dem Fährdienst aus und Walter Wernsdorf arbeitete als Fahrmann im Dienste der Stadt Pritzerbe weiter.

Wie eben erwähnt, wurde die Fähre 1990 durch einen Neubau ersetzt. Die alte Fähre wurde abgewrackt. Die "Neue" wird bis heute durch eine Kette in Verbindung mit einem Dieselmotor angetrieben. Auf der anderen Seite dient ein Drahtseil als Führung. Die Fähre wird jetzt von der Stadt Havelsee betrieben. Es werden 4 Fährmänner beschäftigt.