27 Mar, 2017
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Die Ablage

Ablage

Die Ablage – Eine Anlegestelle für Fracht- und Fahrgastschiffe - diente früher ausschließlich als Umschlag- und Lagerplatz für viele verschiedene Güter. Hauptsächlich wurden hier Kohle, Steine, Getreide und Kartoffeln gelagert (abgelegt = daher der Name "Ablage") und umgeschlagen.

Von hier aus wurden die Güter der Stadt auf Schiffe verladen und in alle Himmelsrichtungen transportiert. Ob Pritzerbe ein sogenanntes Stapelrecht besaß, ist noch nicht bekannt. Bei diesem Recht mussten alle Schiffsladungen, die die Stadt passierten, erst für mehrere Tage zum Verkauf angeboten werden.

Die Ablage, so wie sie ist, existiert sie schon sehr lange. Eine Ufermauer wurde ab 1887 vom Maurermeister Wedde errichtet, die um 1960 mit einer Betonplatte versehen wurde. Davor bestand die Befestigung vermutlich aus Holzbohlen, die senkrecht in den Boden gerammt waren. Von 1896 durften an der Pritzerber Ablage auch Ausflugsdampfer festmachen. Im "ohngefehhren PLAN von Pritzerbe" (ungefährer Plan von Pritzerbe - ein beschrifteter handgezeichneter Stadtplan vom 05.Feb. 1737) von Bauinspektor de Neve lag das Havelufer an der heutigen Rathaustreppe.

An der heutigen Einmündung der Richterstraße in die Havelstraße gab das "Wasserthor", eines der fünf Stadttore von Pritzerbe, den Weg zur Havel frei. Es liegt die Vermutung nahe, dass über das "Wasserthor" die Schiffsladungen umgeschlagen wurden. Die damalige Havelbucht könnte auch als Liege- und Schutzhafen gedient haben. Der Mühlenberg, der sich außerhalb der damaligen Stadtbegrenzung befand bildete eine Landzunge zwischen Havel und See. Im Weichbild von Pritzerbe von 1811 ist die Ablage an der bekannten Stelle bezeichnet. Also wurde das Gelände zwischen 1740 und 1800 aufgeschüttet. Beim Abriss des alten Nebengelasses der Feuerwehr stieß man schon nach wenigen Spatenstichen auf Havelsand und Muschelresten.

  • die Ablagedie Ablage
  • die Ablagedie Ablage
  • die Ablagedie Ablage
  • die Ablagedie Ablage
  • die Ablagedie Ablage
  • die neue Ablagedie neue Ablage
  • die neue Ablagedie neue Ablage
  • die neue Ablagedie neue Ablage

Nach der Wende wurde die Ablage bis 1998 sehr aufwendig saniert. Die alte Mauer wurde durch eine neue ersetzt, die Betonplatte entfernt und erneuert und der zur Straße liegende Bereich mit Grün bepflanzt. Eine Rundbank lädt nun ein auf ihr Platz zu nehmen und in die „Ferne“ zu blicken. Eine Palisade, die von Grün berankt wird, spannt sich an den Seiten im Bogen und bietet Schatten. Ein Gedenkstein wurde auch gesetzt.

Heute werden an der Ablage keine Güter mehr umgeschlagen. Hin und wieder legen Fahrgastschiffe an oder Flußkreuzfahrtschiffe machen hier Rast. Die Ablage dient nun als Kulisse für öffentliche Veranstaltungen wie das Maifeuer oder die flambierte Havel. Auch Hochzeitspaare lassen sich hier gern ablichten. Frachtschiffe werden nicht mehr gelöscht oder beladen, nur ab und zu macht der letzte Pritzerber Schiffer sein Schiff hier fest...